1. Vorwort

Entsprechend der gesetzlichen Grundlagen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG § 22) und dem niedersächsischen Kindertagesstätten-Gesetz (KitaG) sind wir eine Einrichtung für Kinder. Unser Träger ist der Stadtkirchenverband Hannover.

Die im Text gewählte weibliche Form dient ausschließlich der Vereinfachung.

2. Rahmenbedingungen

Wir sind eine sieben-gruppige Einrichtung bestehend aus zwei Hort- und vier Kindergartengruppen und einer Krabbelgruppe. Insgesamt werden, bei Gruppenstärken von 15 - 21 Kindern pro Gruppe, 125 Kinder im Alter von 1,2 bis max. 11 Jahren von insgesamt 17 pädagogischen Mitarbeiter/innen betreut. Für den hauswirtschaftlichen Bereich stehen eine Küchenfachkraft und zwei Reinigungskräfte zur Verfügung.
Wir bieten  eine Betreuung in festen Gruppen an. Die Kindertagesstätte ist grundsätzlich offen für alle Kinder, auch für Kinder aus Elternhäusern anderer Religionen bzw. ohne kirchliche Bindung, sowie für bis zu vier Kinder, die im Rahmen einer Integrationsmaßnahme besonderen heilpädagogischen Förderungsbedarf haben.  

2.0 Integration

2.01    Die Arbeit in der integrativen Gruppe

Zum Kindergartenjahr 2007 wurde eine Gruppe im Kindergartenbereich zur Integrationsgruppe erweitert. Anlass zur Einrichtung dieser Gruppe waren die positive Erfahrung einer mehrjährigen Einzelintegration und die vermehrte Nachfrage nach diesen Plätzen von Eltern aus dem Stadtgebiet und auch Frühfördestellen aus dem Umfeld. 
Die Gruppe umfasst 18 Kinder, davon haben 4 Kinder einen besonderen Förderbedarf.  Die Gruppe wird betreut von einer Heilpädagogin und zwei Erzieherinnen. Die Kita selbst kann keine speziellen Therapieangebote leisten. Falls eine therapeutische Versorgung in der Gruppe sinnvoll erscheint, soll dies ermöglicht werden. Eine enge Kooperation mit behandelnden Therapeuten wird von uns angestrebt. 
Die Gestaltung des Gruppenraumes ermöglicht Veränderungen, wenn die Gruppensituation es erfordert. Der Tagesablauf orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Wir sehen die integrative Gruppe als umfassende Lernsituation für alle Kinder, als einen Lebens- und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt.
Integration heißt für uns nicht, dass sich ein Kind mit Beeinträchtigung seiner Umgebung anpasst, bzw. angepasst wird, sondern dass wir Bedingungen schaffen, die ein Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung möglich macht. Grundlage unseres Integrationsgedankens ist neben der Förderung der Kinder mit Beeinträchtigung, dass die Kinder ohne diese lernen, Formen von Anderssein zu akzeptieren, Verständnis aufzubringen und andere nicht an äußeren Erscheinungsformen zu messen. Nichtbeeinträchtigte Kinder lernen früh, dass es Kinder gibt, die in einigen Dingen noch nicht so selbständig sind wie sie und  Kindern mit einer Beeinträchtigung wird der Umgang mit der normalen Umwelt nicht verwehrt. Sie finden in ihren Spielpartner nachahmenswerte Vorbilder. Jedes Kind wird in seiner Individualität und Selbständigkeit mit dem Ziel gefördert, seine Persönlichkeit in die Gruppe einbringen zu können und die Gruppe mit zu strukturieren. Durch die gemeinsame Erziehung bekommen alle Kinder vielfältige Entwicklungsanreize und können im Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben, wodurch sich eine Atmosphäre sozialer Toleranz entwickelt, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein positives Selbstwertgefühl vermittelt.

2.02    Aufnahmeverfahren 

Die Aufnahme der Kinder mit Beeinträchtigung findet unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen statt. Die Eltern können Kontakt zu unserer Einrichtung aufnehmen, um sich ein Bild unserer Arbeit machen zu können. Bei Übereinstimmung mit unserem pädagogischen Konzept erfolgt die schriftliche Anmeldung.
Das tatsächliche Aufnahmeverfahren wird am runden Tisch diskutiert. Die Fachbereiche Soziales, Jugend und Familie und Gesundheit der Stadt Hannover entscheiden über die Vergabe der Kindergartenplätze. Die Wünsche der Eltern, die Empfehlungen der Frühförderstellen und die Interessen der Einrichtungen sollen möglichst berücksichtigt werden.

Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern des beeinträchtigten Kindes und den Mitarbeitern der Gruppe wird als Grundlage für die Integrationsarbeit vorausgesetzt.
Elterngespräche finden regelmäßig statt, um sich über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes auszutauschen, sowie auch die Eltern gegebenenfalls unterstützend zu begleiten. Weiterhin können Informationen gegeben werden, wenn z.B. weitere therapeutische Maßnahmen notwendig sind.  

2.03 Elternarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern des beeinträchtigten Kindes und den Mitarbeitern der Gruppe wird als Grundlage für die Integrationsarbeit vorausgesetzt.
Elterngespräche finden regelmäßig statt, um sich über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes auszutauschen, sowie auch die Eltern gegebenenfalls unterstützend zu begleiten. Weiterhin können Informationen gegeben werden, wenn z.B. weitere therapeutische Maßnahmen notwendig sind. 

 
2.04    Integration und Kita – Team  

Um die Integration in der Gruppe gewährleisten zu können, ist die positive Zusammenarbeit im Team unverzichtbar. Wichtig ist der regelmäßige Austausch im Gesamtteam. Hierbei werden Informationen über die Kinder mit Beeinträchtigungen weitergegeben bezüglich:

-    Art der Beeinträchtigung
-    Der daraus resultierende mögliche Pflegeaufwand und individuelle     pädagogische Aspekte
-    Veränderungen in der Entwicklung
-    Gespräche mit Ärzten und Therapeuten

Die integrative Gruppe ist Teil einer Gesamtgruppe, d.h. kein Kind mit Beeinträchtigung wird ausgegliedert. Es finden Kontakte zu den anderen Gruppen in der Kita statt, um somit gegenseitiges Kennenlernen und Akzeptanz zu ermöglichen.

2.05    Kontakte zu anderen Institutionen  

Gezielte Fortbildungen der Mitarbeiter der integrativen Gruppe zum Thema Integrationsarbeit sind notwendig. Durch die Zusammenarbeit mit Therapeuten und anderen fachspezifischen Institutionen wird der Umgang mit speziellen Fragestellungen erleichtert. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Einrichtungen, die integrativ arbeiten, ist gegeben.
Der ständige Austausch zwischen Eltern, Mitarbeiter und den genannten Fachkräften ist notwendig, um Wissen zu erweitern, die Erfahrungen zu reflektieren und neue Aspekte zu berücksichtigen.
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Die Anmeldung erfolgt schriftlich. Näheres regelt der Betreuungsvertrag, die Platzvergabe erfolgt nach einem Punktesystem.
Unsere Öffnungszeiten sind:
07.00 - 08.00 Uhr Frühdienst
08.00 - 12.00 Uhr Vormittagsplätze
- 14.00 Uhr Zweidrittelplätze
- 16.00 Uhr Ganztagsplätze
- 17.00 Uhr Spätdienst (freitags 16.30 Uhr)
Unsere Öffnungszeiten für den Hort:
07.00 –08.00 Uhr Frühdienst
12.00 – 16.00 Uhr /17.00 Uhr (freitags 16.30Uhr)
in den Ferien 7.30 Uhr – 16.30 Uhr
An insgesamt 23 Tagen im Jahr bleibt unsere Einrichtung geschlossen. 15 Tage davon  immer in den Sommerferien. Zwischen Weihnachten und Neujahr kein Betrieb. Die verbleibenden Tage werden nach frühzeitiger Bekanntgabe über das Jahr verteilt.

2.1. Zusammenarbeit mit dem Träger
Seit dem 01.01.2016 ist der Ev. Stadtkirchenverband neuer Träger der Einrichtung.

2.2. Zusammenarbeit des Teams

Der wichtigste Faktor für die Umsetzung der fachlichen Kompetenzen ist die Zusammenarbeit des gesamten Teams. Für uns heißt das, dass die Teilnahme an wöchentlichen  Dienstbesprechungen und regelmäßigen Studientagen  selbstverständlich ist. Gemeinsame Vorbereitungszeit in den Gruppen ist unverzichtbar. Der Verantwortungsbereich des einzelnen hört nicht bei der eigenen Gruppe auf, sondern bezieht sich auf die gesamte Einrichtung.
Unser  Betriebsklima ist geprägt von gegenseitiger Fürsorge, Transparenz und Vertrauen. Den Anderen sehen, annehmen oder  akzeptieren sind die  Grundvoraussetzungen für ein harmonisches Miteinander.
Die Leitung  und ihre Stellvertretung, schaffen Bedingungen und eine Atmosphäre in der sich jeder Einzelne wohlfühlen  und sich so ein „Wir-Gefühl“ entwickeln kann. Das gemeinsame Erleben von Studientagen,  Ausflügen und anderen Veranstaltungen tragen ebenso dazu bei wie Supervision und Einzelgespräche.


3. Lebenssituation der Kinder

Die KiTa liegt in einem sozial ausgeglichenen Einzugsgebiet. Die Spannbreite der Wohnsituation reicht von sehr beengten Wohnverhältnissen bis hin zu Einfamilienhäusern mit Garten. Die meisten Kinder leben in Kleinfamilien und haben nur wenige Geschwister.
Der Anteil der ausländischen Kinder beträgt gegenwärtig ca. 12 %. Bei fehlenden Sprachkenntnisse kommt der Integrationsarbeit  große Bedeutung zu.
Die Lebenssituation der Kinder ist gekennzeichnet durch eine verbaute Umwelt in der es für  Kinder schwierig geworden ist, ihrem „Bewegungsdrang“ freien Lauf zu lassen. Meist bietet sich dafür nur die Möglichkeit des Spielplatzes, der durch die Entfernung und durch die Gefahren auf der Straße jedoch ohne Aufsicht kaum erreichbar ist. Dies führt dazu, dass die Kinder bedingt durch  Berufstätigkeit der Eltern bzw. des erziehenden Elternteiles selten von dieser Spielmöglichkeit Gebrauch machen können.  Immer mehr Kinder beschäftigen sich  nicht angemessen und zudem unkontrolliert mit Fernsehen und Computer. 

4. Menschenbild

Kindheit ist ein eigenständiger Lebensabschnitt, eine in sich wertvolle und mit Eigendynamik besetzte Lebensphase.
In unserer von Erwachsenen bestimmten Welt muss dem Kind ein Platz und ein Leben nach seiner Eigenart und Würde ermöglicht werden.
Wir achten die Kinder in ihrer Persönlichkeit mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten – mit ihren Stärken und Schwächen.
Die Aufgabe unseres Kindergartens ist es, den Kindern zu helfen, eine gesunde Selbsteinschätzung zu erlangen, Gemeinschaft zu leben, Geborgenheit zu erfahren, Andersartigkeit zu akzeptieren.
Wir unterstützen die Kinder Meinungen zu bilden und Entscheidungen zu treffen. Dabei vertrauen wir auf ihre Entwicklungskräfte.
Wir begleiten die Kinder in ihrer Entwicklung. Dabei setzen wir Grenzen, machen Mut, trösten und stärken sie. Wir „machen“ die Kinder handlungs- und beziehungsfähig im Sinne unseres christlichen Menschenbildes, das geprägt ist von Annahme, Vergebung und Nächstenliebe.

5. Ziele, Inhalte und Schwerpunkte

Im Sinne einer familienergänzenden Kindertageseinrichtung halten wir für Kinder und Eltern ein Angebot bereit, das die ganzheitliche Entwicklung der Kinder begleitet und  fördert.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen in der Förderung der Ich- und der Sozialkompetenz, der motorischen und kognitiven Entwicklung. In einem überschaubaren Handlungsraum können die Kinder durch positive offene Unterstützung alle Erfahrungen machen, die sie brauchen, um zu selbständigen, selbstbewussten, verantwortungsvollen und hilfsbereiten Persönlichkeiten heranzureifen, um ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten weiter herauszubilden. 

Förderung der Ich-Kompetenz

Die Grundvoraussetzung für die Ich-Kompetenz ist die gesunde Selbstannahme. Wir unterstützen die Kinder dabei, ihre eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten wahrzunehmen, kennen zu lernen, einzusetzen und zu äußern. Dabei lernt das Kind Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.
Zur Ich-Kompetenz gehört es auch, dass die Kinder sich Konflikten stellen, diese aushalten und nach Lösungen suchen. Wir wollen sie befähigen, mit positiver und negativer Kritik umzugehen.

Förderung der Sozial-Kompetenz

Das Kind lernt, sich in der Gruppe zurechtzufinden und entwickelt darüber hinaus ein Wir-Gefühl, d.h. den Anderen neben sich wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu achten. Dies erfordert Rücksichtnahme, Verantwortungsbewusstsein und Sensibilität.

Förderung der Motorik 

Die Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit (Gefühlsleben, Sozialverhalten, Kommunikation, kognitive Entwicklung) vollzieht sich über Bewegungs- und Wahrnehmungsprozesse. Das Kind erschließt sich über Bewegung die Welt, sein Körper ist dabei das Erfahrungsmedium. Es erlangt grob- und feinmotorische Fähigkeiten. 

Förderung der kognitiven Entwicklung

Das kindliche Spiel mit seinen Erfahrungsmöglichkeiten steht für uns im Mittelpunkt. Das Kind lernt durch Erfahrung, Nachahmung, Versuch und Irrtum, Zusammenspiel und durch Vorbilder.
Wir sehen die Spielfähigkeit als Voraussetzung /Grundlage für die spätere (schulische) Leistungsfähigkeit.

5.1. Spiel – „Freispiel“ – prozesshaftes Lernen

„Das Spiel ist die Arbeit des Kindes“
Kinder müssen die Möglichkeit haben zu spielen, spielerisch ihre Erfahrungen machen zu können, denn ohne Spielfähigkeit keine Schulfähigkeit.
Über Aktivität erschließt sich ein Kind die Welt, es sammelt neue Erfahrungen, die es bisherigen zuordnen vermag/diese erweitert. Ein Kind was spielt und sich seine Welt mit allen Sinnen real erobert ist ganz klar dem Kind gegenüber im Vorteil, welches sein Wissen aus Medien wie z. B. dem Fernsehen bezieht. Hier findet nur ein „Erleben aus der Konserve“ statt, der reale Bezug fehlt. Wie soll man z. B. einem Kind den Unterschied zwischen `leicht´ und `schwer´ erklären, wenn es dabei nicht die bewusst erlebte Körpererfahrung dazu gemacht hat. 
Durch das Spiel erlernen Kinder elementare Grundlagen. Sie sind offen gegenüber neuen Anforderungen aufgrund eines stabilen Selbstsicherheit, eines Vertrauens in sich selbst und ihre Fähigkeiten.

Spiel:

Im Freienspiel  wählt das Kind  Spiel und Spielpartner selbst. Dabei nutzt es im Raum zur Verfügung stehende Materialien und Mittel und macht damit vielfältige Erfahrungen. Der Raum ist so gestaltet, dass die Lust und Neugier des Kindes geweckt wird.
Jede Funktionsecke wird bespielt, kann aber auch umfunktioniert werden (z. B. die Bauecke wird zur Turnecke, zum Schwimmbad, Picknickplatz, ein umgedrehter Tisch zum Schiff, zur Butze usw.).
Dieses Spiel kann auch außerhalb der eigenen Gruppe stattfinden. Die Kinder können den Flur oder das Außengelände als Spielbereich nutzen oder andere Gruppen besuchen.

Spielen im Garten

Besondere Bedeutung kommt unserem naturnahen Außengelände (Garten) zu. Bei der Gestaltung sind wir von der Erkenntnis geleitet worden, dass alle „normalen" Spielgeräte nur der unvollkommene Versuch sein können, die Natur nachzubilden bzw. zu ersetzen, deshalb nutzen wir die Natur gleich.
Bei uns können die Kinder notwendige Erfahrungen sammeln, die unter städtischen Bedingungen kaum mehr möglich sind.
- Spielhügel, vielfältig zu beklettern (Körperkoordination...)
- Baumstämme, zu bespielen (Gleichgewichtsschulung...)
- Wasser-Matsch-Bereich (Elementarspielbereich, taktile Wahrnehmung, Sinnesförderung...)
- multifunktionale Baustelle (vielfältige Wahrnehmungsmöglichkeiten...)
Über die herausgestellten Funktionsbereiche hinaus, kommt dem Gelände mit seinem vielfältigen harmonisch gestalteten Bodenbelägen die Bedeutung zu, eine Atmosphäre von Ruhe und Idylle zu vermitteln.


Gezielte Kleingruppenarbeit:


Die Erzieherin fördert  im Freispiel durch gezielte Angebote einzelne Kinder sowie  die Kleingruppe. Die ganzheitliche Förderung findet in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Sprache, soziales Lernen, Sinneswahrnehmung etc. statt.


Gemeinsames Tun:


Dabei erleben die Kinder Gemeinschaft mit Vielen und erfahren sich als Gruppe: In Gesprächen, Liedern, Märchen, Aktionen (Theater, Turnen, Musikinstrumente, Feste).

Es wird Neues vermittelt, Bekanntes, Vertrautes wiederholt, Gruppenbezogenes aufgearbeitet. Die Erzieherin, fördert die Gesamtkörperlichen Erfahrungen, das abstrakte Denken und das Spektrum der Sinnesförderung.


6. Tagesablauf im Kindergarten


Der Tagesablauf im Kindergarten ist im wesentlichen durch nachfolgend beschriebene Zeitabschnitte gekennzeichnet:

08.00 - 09.00 Uhr Bringzeit

         - 10.30 Uhr Spielzeit mit rollendem Frühstück

10.30 - 11.00 Uhr Aufräumen im Raum und gemeinsame Aktivitäten

11.00 - 11.55 Uhr Spiel im Außengelände mit Schlusskreis

            12.00 Uhr Abholen der Vormittagskinder

12.00 - 12.45 Uhr Mittagessen / Zähneputzen

13.00 - 14.00 Uhr stille Stunde zum Ausruhen der Kinder

          - 14.00 Uhr Abholen der Zweidrittelkinder

14.00 - 16.00 Uhr Spielzeit drinnen/draußen

Die angegebenen Zeiten verstehen wir nicht als starren Stundenplan, vielmehr sollen sie zur Orientierung dienen. Eine festgelegte Abholzeit für die Ganztagskinder existiert nicht, sie wird individuell mit den Erzieher/innen abgesprochen.


7. Die Arbeit im Hort


Der Hort ist ein Lebens- und Erfahrungsraum für Schulkinder, die zwischen Elternhaus und Schule stehen. Diese Tageseinrichtung bietet den Schulkindern Betreuungs-, Erziehungs-, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Geöffnet ist unser Hort ab 07.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags. Damit können wir den Schulkindern für die Zeit der Abwesenheit von zu Hause (vor und nach der Schule) eine stets zur Verfügung stehende Anlaufstelle und einen Ort der Geborgenheit bieten.

Abweichend vom Niedersächsischen KitaG endet die Betreuung der Hortkinder in unserer Einrichtung spätestens zum 31.7. des Jahres, in dem die betreffenden Kinder das 10. Lebensjahr vollenden.


7.1. Lebenssituation des Hortkindes


Mit Eintritt in die Schule lebt ein Kind ständig zwischen drei Lebens- und Erfahrungsräumen: Elternhaus, Hort und Schule. Dadurch muss es sich nicht nur mit verschiedenen Bezugspersonen auseinandersetzen (Eltern, Erziehern, Lehrern), sondern erlebt neben der Klassengemeinschaft auch noch die Hortgruppe als erweiterte Lebenswelt für sich.

Spätestens mit Beginn der Schulzeit verstärkt sich der Kontakt des Kindes zu Gleichaltrigen erheblich. Die Erfahrungen, die das Kind in der Gruppe macht, sind ein wichtiges Übungsfeld zur Bewältigung derzeitiger Lebenssituationen. Das Hortkind verbringt in der Regel mehr Zeit in der Schule und im Hort als abends mit seinen Eltern. Trotzdem verstehen wir uns nicht als familienersetzende, sondern als familienergänzende Einrichtung. Dabei kommt einer intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Eltern eine besondere Bedeutung zu.


7.2. Tagesablauf im Hort


07.00 - 08.00 Uhr Frühdienst

Ab        12.00 Uhr Beginn der Schularbeitenbetreuung

            13.10 Uhr Gemeinsames Mittagessen.

Bis       15.00/15.30 Uhr Fortführen der Schularbeiten, freies Spiel mit Angeboten

15.00 – 16.00 Uhr im Nachmittagsbereich finden z. T. gemeinsame Aktivitäten statt:    Projekte, Gespräche, Spielen, Singen, regelmäßige Einheiten zur Kirche/Austausch zu religiösen Themen

Bis       17.00 Uhr Freie Spielzeit


Ganztätige Betreuung in der Ferienzeit.


7.3. Ziele der Hortarbeit


Zu den im Kindergarten schon genannten Zielen möchten wir für das Hortkind folgende hinzufügen:

Es ist uns wichtig, auch ein Gegengewicht zu den Leistungsanforderungen der Schule zu schaffen, um eventuelle Entmutigungen und fehlende Lernmotivation besser auffangen zu können.

Hierzu bieten wir vielfältige Aktivitäten an, die es den Kindern ermöglichen, ihre individuellen Stärken zu erkennen und ihr Selbstwertgefühl aufzubauen.

Die Kinder sollen verantwortungsvolles Denken und Handeln lernen und einüben, darüber hinaus sich eine Meinung bilden und diese vertreten können.


7.4. Freizeitgestaltung


Die Freizeit bestimmt die Zeit, die nach der Schule und den Hausaufgaben noch übrig bleibt. Für größere Aktivitäten reicht diese Zeit meistens nicht aus.

Während in der Schule fremdbestimmtes Lernen stattfindet, soll das Kind im Hort sein Tun möglichst selbst bestimmen bzw. mitbestimmen. Es soll lernen, seine freie Zeit für sich zu nutzen, zu gestalten. Die Erzieherin/der Erzieher gibt dabei vielfältige Anregungen, stellt Material zur Verfügung. Sie/Er ist jedoch kein Freizeitanimateur, denn dadurch würde die Konsumhaltung, die ohnehin zu unserem Lebensalltag gehört, noch unterstützt.

Die Kinder wählen sich ihre Spielpartner und Spiele (draußen und drinnen). Es gibt freie Angebote wie Werken, Basteln, Malen etc., sowie spezielle Projekte, die von den Kindern wahrgenommen bzw. bewählt werden können.

Die Schulferien nehmen einen Höhepunkt im Hortalltag ein, da hier die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder besonders berücksichtigt werden. Schwimmen, Ausflüge, Kochen, Musizieren, Tänze u. v. m. gehören ebenso zu den Aktivitäten, wie das intensive Spiel und Erleben in der Gruppe.      

Alle zwei Jahre bietet der Hort in den Osterferien eine mehrtägige Freizeit an.

                                                                             

7.5. Hausaufgaben


Der Hort bietet eine individuelle Betreuung der Hausaufgaben entsprechend dem Tagesablauf in einem zeitlich begrenzten Rahmen an. Hausaufgabenbetreuung verfolgt das Ziel, dass die Kinder lernen, selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten.


8. Rolle der Erzieherin


Es ist uns wichtig, jedes einzelne Kind in seiner derzeitigen Situation, seinem momentanen Entwicklungsstand abzuholen, zu begleiten und weiterzuführen.

Die Voraussetzung hierzu ist die differenzierte Beobachtung, Reflektion und Dokumentation durch den/die Erzieher/in. Daraus werden gezielte Angebote und Projekte entwickelt.

Die Erzieherin muss sich bewusst sein, dass sie in allen Bereichen eine Vorbildfunktion übernimmt. Nicht nur durch ihr eigenes Vorleben, sondern auch durch die Auswahl der Materialien, die sie für die Gruppe trifft.

Ein Leitmotiv für uns ist, Vorhandenes und Positives zu stärken, d. h. „Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende arbeiten!“

Die Grundlage unserer Arbeit ist die Beobachtung des einzelnen Kindes und der Gruppe; dabei nehmen wir, die Bedürfnisse,  Fähigkeiten und Schwächen des Kindes wahr und geben  individuelle Hilfestellung. Wir bieten, den Kindern einen Raum,  in dem sie sich wohlfühlen können. Die Erzieherin ist für das Kind Bezugs- und Vertrauensperson, Spielpartner, Zuhörer, Vermittler und „Anwalt“; eine Person, die in unterschiedlichen Situationen Hilfestellung und Schutz gibt, aber auch notwendige Grenzen setzt.

Das eigene Verhalten hat für die Kinder eine Vorbildfunktion z.B. Sprache, Ausdruck, Entscheidungen.  Das Reflektieren des eigenen Verhaltens, die Hospitation durch Kolleginnen und das anschließende Gespräch ist deshalb  unerlässlich.

In Konfliktsituationen gibt die Erzieherin, den Kindern Raum für eigene Lösungen, dabei hat sie zuerst die Rolle der Beobachterin  und greift nur bei Bedarf vermittelnd ein.

Die Gestaltung der „Spielräume“ und das zur Verfügung stehende Material hat für die Erzieherin einen hohen Stellenwert. Auswirkungen auf das Spielverhalten werden beobachtet und es wird mit  eventuelle notwendigen Veränderungen reagiert.


9. Religiöse Erziehung


Wir möchten den Kindern den christlichen Glauben als selbstverständliche Lebensgrundlage vermitteln. Die Kinder sollen dabei spüren und erfahren, von Gott angenommen zu sein und geliebt zu werden, dass sie Vertrauen haben können, um das Leben positiv zu sehen und zu erleben.

Die christlichen Werte sollen als Lebenserfahrung den Alltag des Kindes durchziehen; dabei ist uns das Vorbildverhalten des Erziehers (auch untereinander) wichtig.

Durch diese positiven Erfahrungen ist es den Kindern möglich:

In den regelmäßigen Gruppengottesdiensten (Gruppenraum oder Kirche) werden z.B. gruppenspezifische Erlebnisse verarbeitet, Jesus-Geschichten erzählt, und christliche Feste im Jahresablauf erlebt. In diesen Gottesdiensten werden kindgemäße Angebote eingesetzt: Tischtheater, Bilderbücher, Rollenspiele, Lieder, Gebete, Gespräche, Bilder malen, Collagen usw.

Das Gebet hat nicht nur im Gottesdienst sondern auch im täglichen Miteinander seinen Platz, z.B. beim Mittagessen, bei Festen und Feiern. Die Kinder anderer Religionen und konfessionslose werden integriert.


10. Elternarbeit


Da die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen der Kinder sind, ergibt sich daraus die Wichtigkeit der Zusammenarbeit.

Für uns heißt das, auf verschiedenen Ebenen zusammen zu arbeiten. Wir möchten mit den Eltern Schönes erleben und Schwieriges bewältigen, Entscheidungsprozesse auf den Weg bringen, darüber hinaus Sachinformationen vermitteln.

Dazu dienen Angebote wie

Mit diesen Angeboten fördern wir den Elternkontakt, um eine Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens zu schaffen.

Ein wichtiger Teil der Elternarbeit betrifft den Elternbeirat. Dieser wird einmal im Jahr (zu Beginn des Kindergartenjahres) gewählt und trifft sich mindestens viermal im Jahr. Der Elternbeirat kann und sollte Bindeglied zwischen KiTa und Eltern sein.


11. Öffentlichkeitsarbeit


Die Öffentlichkeitsarbeit unserer Einrichtung findet durch Kontakte auf kommunalpolitscher und fachlicher Ebene statt.

Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ist ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Sie dient als Anregung, Ergänzung und Unterstützung, um unsere Arbeit umfassender zu gestalten und um so dem einzelnen Kind in seiner Entwicklung gezielter weiterhelfen zu können.

Die Kontakte zur Grundschule helfen uns, den Lehrern und den Kindern, den Schulalltag mit seinen Anforderungen leichter bewältigen zu können, indem die Stärken und Schwächen der Kinder deutlicher werden und eine rechtzeitige Förderung gezielter eingesetzt werden kann.

Um uns zu informieren – insbesondere, wenn Gründe vorliegen – nehmen wir Kontakte zu Beratungsstellen wie Jugendamt, Kinderschutzzentrum, Sozialpädiatrischem Zentrum  u.ä. auf.


12. Fort- und Weiterbildung


Das Recht auf Fort- und Weiterbildung ist Bestandteil des Dienstvertrages und wird an den Bedürfnissen des Mitarbei­ters und der Einrichtung ausgerichtet. Fortbildung findet sowohl intern als auch extern statt, eintägig oder auch wochenweise, durch Studientage, Erzieherinnentreffen, Literatur, Referentinnen.


13. Schlusswort


Die ständige Überprüfung dieser Konzeption ist im Sinne einer Qualitätskontrolle ein fester Bestandteil unserer Arbeit. 


Hannover im April 2011